Mit Mitte vierzig war meine Ballettzeit lang vorbei. Ich träumte nicht mehr vom Herumschweben und Hin- und Hergeworfen werden. Die Schwerkraft war mir fast ein bisschen lieb geworden. Und dann war da eine Traurigkeit, die ich nicht ganz verstand; ich wusste nicht einmal, wo sie zuhause war – im Kopf oder den Füßen, im Bauch oder mehr in der Brust.
Irgendwann begriff ich, dass sie einen Ort brauchte.
Dem Tango hatte ich immer misstraut. Ich mochte keine Bilder von halbnackten Frauen, die sich irgendwie verrenkten, während die Männer Anzug trugen und mit jeder Pose Lässigkeit verströmten. Andererseits hatte ich gelesen, Tango sei ein trauriger Gedanke, den man tanzen könne.
Vielleicht ein Ort für meine Traurigkeit.
Ich musste es versuchen.